Stilvolle Inszenierung mit multimedialer Dezenz

2009, Festinstallation, Systemlösungen

Neues Porsche Museum, Stuttgart-Zuffenhausen

Jahrzehntelange Erfahrung im Automobilbau und Motorsport – für seine umfassende Unternehmensgeschichte hat der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche nun einen neuen, zentralen Ort der Traditionspflege und des sinnlichen Erlebens geschaffen: Im spektakulären Museumsneubau am Zuffenhausener Porscheplatz können Besucher seit Ende Januar 2009 die Historie eines der erfolgreichsten Automobilhersteller der Welt auf 5.600 Quadratmeter Ausstellungsfläche mit allen Sinnen erleben. Die dynamische Museumsarchitektur in Form eines monolithisch geformten, optisch nahezu schwebenden Ausstellungskörpers, spiegelt die Philosophie des Unternehmens Porsche wider, die auch im Inneren ihre Fortsetzung findet. Rund 80 Fahrzeuge und 200 Kleinexponate werden hier mit dezenter, audiovisueller Unterstützung in verschiedenen Themenarrangements inszeniert. Zahlreiche Interaktionsmöglichkeiten schaffen dabei ein nachhaltiges Museumserlebnis. Für die komplette medientechnische Ausstattung des Museums und die Umsetzung dieser äußerst komplexen, multimedialen Systemlösung zeichnete die ict Innovative Communication Technologies AG, Kohlberg, als General-Unternehmer verantwortlich. Neben der technischen Projektleitung hat das ict Team für sein eigenes Gewerk die Montage- und Werkplanung, die Programmierung und Steuerung einer Audioanlage, die Entwicklung und Umsetzung medienmechanischer und interaktiver Exponate, die digitale bzw. analoge Vernetzung der Medientechnik sowie die Installation sämtlicher Komponenten und deren Inbetriebnahme erbracht. 

Faszinierende Medientechnik für faszinierende Fahrzeuge 
Eines der medientechnischen Highlights auf dem Rundgang entlang der chronologischen Porsche-Produktgeschichte ist im Bereich „Ära 917“ zu finden: Eine geschwungene LED-Fläche dient hier als dynamisches Präsentationsmedium. Die am Boden und an der Rückwand angebrachten Monochrom-LEDs der insgesamt 180 m² großen Displayfläche sind auf ein spezielles Tragwerk montiert und von einer belastbaren bzw. befahrbaren Mineralwerkstoffplatte abgedeckt. Mit einem Pixel Pitch von 22 mm können so Videozuspielungen und Animationen im retro-stilistischen schwarz/weiß-Modus visualisiert werden, die die auf der Displayfläche positionierten Fahrzeuge dabei auf faszinierende Weise in das mediale Szenario einbinden. Durch eine entsprechende Beschallung wird das Gesamtszenario komplettiert. ict realisierte diese außergewöhnliche Installation mit seinen Partnern. 
 Auch die so genannten „Soundduschen“ realisierte ict mit diesen Partnern: Hier können authentische Motorengeräusche verschiedener Fahrzeugtypen durch das Betreten einer Trittschallfläche ausgelöst werden. Eine ringförmige LED-Laufschrift in der Soundduschenkonstruktion informiert den Besucher über das zu erwartende Geräusch. Höhenfrequenzen werden dabei punktgenau als gerichtete Beschallung von oben auf den Besucher abgestrahlt; Tiefenfrequenzen nimmt der Besucher über einen Körperschallwandler in der Trittschallfläche wahr. 

Interaktive Exponate
Interessenspezifische Informationen können die Besucher des Porsche-Museums an verschiedenen interaktiven Exponaten generieren: Mehrere Ideenvitrinen mit integrierten, telematischen 19“ LCD-Monitoren und Mac mini-Zuspielung dienen beispielsweise zur Veranschaulichung der Porsche-Ideen. Die interaktiven Betrachtungssysteme, die wie ein Microfichesystem funktionieren, können vom Besucher zweidimensional in Richtung der gewünschten Information bewegt und angesteuerte Inhalte über eine Auswahlfunktion aufgerufen werden. ict konnte hier seine Kompetenz und Erfahrung hinsichtlich der Entwicklung medienmechanischer Exponate unterstreichen. An der Porsche-Mediathek können über projektiv-kapazitive Touchscreens Informationen zu sämtlichen Porsche-Themen generiert werden. 

LCD-, Plasma- und Projektionstechnik 
Neben den interaktiven Exponaten gibt es zudem zahlreiche Display-Installationen, die durch ihre harmonische Einbettung in das Museumskonzept die zurückhaltende, multimediale Inszenierung unterstreichen. So visualisiert ein Stammbaum, bestehend aus 30 LCD-Monitoren (10,4“), die Produktgeschichte anhand animierter, synchronisierter Filmzuspielungen auf alle oder einzelne LCD-Monitore. Die frame-genaue Zuspielung und Synchronisation der 30 eingesetzten Zuspielrechner (Mac minis) wird über ein Content Management System gesteuert. 
Im gesamten Ausstellungsbereich befinden sich außerdem so genannte Bereichsmonitore, die über die Geschichte der in diesem Bereich platzierten Fahrzeuge informieren. Zwei ict Steglos FlatScreens sind hierfür zu je einer Monitoreinheit verschmolzen. Weitere Bereichsmonitore in Form hochkant montierter 42“ LCDs sind an den Stirnseiten dreier Vitrinen zum Themenkomplex „Wie entsteht ein Porsche?“ installiert. Die in der Vitrine präsentierten Schnittmodelle werden durch je sechs als KIT integrierte 12,1“ LCDs medial erläutert. 
Aufwendig installierte Projektionstechnik kommt im Ausstellungsbereich „Konsequent“ zum Einsatz: Die hier als Projektionsfläche dienende, um zehn Grad geneigte Produktgeschichtswand, ist mit Grafik-Silhouetten verschiedener Porsche-Modelle appliziert, in die pixelgenau hineinprojiziert wird. Mit einer Softedge-Doppelprojektion, die über Spiegel umgelenkt wird, werden die Inhalte dieser 3,6 m² großen Projektion realisiert. 

Komplexe Exponate- und Audiovernetzung 
Alle beschriebenen medientechnischen Exponate des Museums sind in ein AV-Managementsystem eingebunden, das als dynamisches Client-/Server-basiertes Content Management System aufgesetzt ist und zur einfachen Pflege bzw. Verwaltung der multimedialen Inhalte dient. Auf dem AV-Management-Server sind sämtliche Medieninhalte zentral abgelegt. Über den Content-Server werden die Inhalte der einzelnen AV-Zuspieler von einem Redakteur verwaltet und parametrisiert. Das äußerst benutzerfreundliche Content Management System, das auch die Remote-Überwachung des Systemzustandes der Anlage ermöglicht, setzte ict mit seinen Partnern um. Das ict Team hat außerdem im gesamten Ausstellungsbereich über 150, speziell für das Porsche-Museum konzipierte Lautsprecher in Soundglocken in der Decke installiert, die für eine dezente Hintergrundbeschallung sorgen. Sämtliche Audioströme sind über CobraNet digital vernetzt. Durch die Einteilung des Museums in so genannte Audiozonen und die Digitalaudio-Vernetzung können Audiosignale an vorhandenen FOH-Anschlüssen eingespielt und abgegriffen werden. Per Touchpanel kann dies dynamisch von jedem Standort im Museum individuell mit der raumübergreifenden Crestron-Mediensteuerung gesteuert werden. In Kombination mit dem zentralen Audioserver und der schnurlosen Mikrofonie lassen sich so flexible Nutzungs- und Besucherführungskonzepte umsetzen. Mit der Crestron-Mediensteuerung, die zusätzlich auch an mehreren Stellen im Museum über fest installierte Touchpanels bedienbar ist, können z. B. die Soundinhalte wie auch die Lautstärke gesteuert werden. Außerdem sind damit die zentralen Licht- und Raumfunktionen per EIB steuerbar. Neben der Programmierung der umfangreichen Mediensteuerung gestaltete ict gemäß der Porsche CI-Richtlinien auch die Touchoberflächen für diese Steuerung. 

Professionelle Konferenzraumtechnik 
Modernste Technik steht selbstverständlich auch im ca. 600 qm großen Konferenzbereich des Porsche-Museums bereit: Der Veranstaltungsraum, der mit Hilfe mobiler Trennwände die passende Raumgröße für jede Bestuhlungsvariante bietet, ist mit ebenso flexibler Projektions- und Audiotechnik ausgestattet. Dank horizontal verschiebbarer Hochleistungsprojektoren und Leinwände sowie ausfahrbarer Lautsprecher für eine hochwertige Surround-Beschallung sind unterschiedlichste Raumszenarien möglich. Somit berücksichtigt die medientechnische Ausstattung anspruchsvolle Veranstaltungsformen wie z. B. Fahrzeug- und Filmpräsentationen, Presseveranstaltungen, Seminare oder Vorträge. Im angrenzenden Regieraum sind alle Zuspielquellen des Konferenzbereichs untergebracht sowie sämtliche Komponenten für die Signalbearbeitung und das Signalrouting. Zur Bedienung der Gesamtanlage wurde auch hier eine intuitive Mediensteuerung programmiert, die die Steuerung der Konferenzraummedien und der Raumtechnik ermöglicht. Die Anbindung an den vorhandenen Haustechnik-Bus erfolgte über ein EIB-Gateway. Via Touchpanel können bequem sämtliche Funktionsänderungen ausgeführt werden. 

Herausforderndes Museumsprojekt 
„Neben der kurzen Installationszeit für unser Gewerk war es vor allem die Komplexität des Projektes, die die größte Herausforderung darstellte“, sagt Oliver Meyer, technischer Projektleiter bei der ict AG. „Die Vernetzung sämtlicher Exponate über ein AV-Managementsystem, Digitalaudio in jedem Museumsbereich sowie die anspruchsvollen Mediensteuerungen bildeten die zentralen Aufgabenstellungen für ict“, so Meyer. „Dank unserer ausgewiesenen Kompetenz im Museumsumfeld und unserer exzellenten Schnittstellenkompetenz zu den Ausstellungsplanern bzw. anderen Gewerken konnten wir diese komplexe medientechnische Systemlösung durchführen“, schließt Meyer. 

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» Bilder zur Pressemeldung (zip)

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